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Corporate Twitter – Im Interview Anatol-Philipp Schade

Posted on | September 18, 2009 | 2 Comments

Heute im Interview: Anatol-Philipp Schade, Inhaber der Agentur Schade die sich auf die Beratung und Betreuung von Mittelständische Unternehmen und Startups beim Online Marketing spezialisiert hat.

Marketing-Kompakt: Hallo Herr Schade, schön das Sie Zeit für ein Interview haben. Was versteckt sich eigenltich hinter dem Begriff „Corporate Twitter“?

Anatol-Philipp Schade: Der Begriff Corporate Twitter beschreibt den Einsatz von Twitter für Unternehmen. Twitter ist laut Wikipedia ein „…öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet…“. Ein Corporate Twitter Account wird zumeist für die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden eingesetzt, vermehrt aber auch zur Kommunikation innerhalb eines Unternehmens. Das berühmteste Beispiel ist hier wohl der Einsatz von Twitter durch das Wahlkampfteam von Barack Obama, welches via Twitter die Wahlhelfer auf dem laufenden Stand der Entwicklungen hielt.

Marketing-Kompakt: Wie viel Potenzial sehen Sie im Twitter für Unternehmen und welche Unternehmen sollten auf jeden Fall dabei sein?

Anatol-Philipp Schade: Im Prinzip kann sich jedes Unternehmen Twitter zum Vorteil machen. Twitter schöpft sein großes Potential aus der Möglichkeit der ungezwungenen gegenseitigen Kommunikation. Es ist eine ganz andere Art der Kundenkommunikation möglich, als dies über eine Pressemitteilung oder ähnliches der Fall sein würde. Als Unternehmen muss ich kein Callcenter betreiben, um mit den Kunden in Kontakt zu treten. Niemand verübelt es, wenn manche direkte Nachrichten sofort und andere mal erst einige Stunden später beantwortet werden.

Andererseits ist die Geschwindigkeit, mit welcher Nachrichten an die Empfänger gelangen, ein weiterer wichtiger Aspekt. Technisch gesehen ist Twitter zwar nicht schneller beim Rezipienten als ein Newsletter oder Blogbeitrag, durch die Kürze einer Twitternachricht, nämlich lediglich 140 Zeichen, wird sie in der Regel jedoch schneller verfasst und ist somit aktueller.

Marketing-Kompakt: Was kostet so ein „Corporate Twitter“ und wie viel Zeit muss ein Unternehmer investieren?

Anatol-Philipp Schade: Einen Account bei Twitter anzulegen, ist kostenlos und auch für Techniklaien durchaus machbar. Die Schwierigkeit und Zeitintensität liegt jedoch darin, für seine Zielgruppe interessant zu kommunizieren. Man sollte sich, wenn man Twitter für das eigene Unternehmen ausprobiert, auch den Herausforderungen des Kundendialoges stellen und nicht auf eine lediglich eindimensionale Beschallung setzen. Hiermit meine ich die Vielzahl der twitternden Unternehmen, welche ausschließlich automatisiert ihren Blogfeed oder ihr Pressemeldungen senden. Diese haben Twitter weder verstanden, noch werden sie das angesprochene Potential für sich nutzen können.

Marketing-Kompakt: Ist Twitter eine Hype ähnlich wie Second Live? Oder ist es ein Kommunikationsmittel das sich in der Zukunft fest etablieren wird?

Anatol-Philipp Schade: Second Live war schon immer so langweilig, dass es sich kaum lohnt immer noch darüber zu sprechen. Ein grafisch schlecht umgesetztes Spielchen für oftmals gelangweilte Menschen, einige Freaks und natürlich ein zeitweilig sehr lukratives Geschäft für Agenturen. Wer einmal im Second Life war, hatte genug davon. Wer jedoch einmal angefangen hat zu twittern, kommt meist so schnell nicht mehr los. Ja, vermutlich ist es ein Hype im positiven Sinne. Viele nutzen Twitter, noch mehr sprechen oder berichten darüber, was Twitter immer mehr Nutzer und oft auch dauerhafte Nutzer bzw. Leser beschert. Wenn man bedenkt, dass schon nach kurzer Zeit Millionen Menschen twittern, sehe ich Twitter durchaus als einen Kommunikationskanal, den man sich bei aller Skepsis zumindest einmal näher anschauen sollte.

Marketing-Kompakt: Vielen Dank für das Interview zum Thema Corporate Twitter.

Mehr Infos über Anatol-Philipp Schade finden Sie hier.

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Comments

2 Responses to “Corporate Twitter – Im Interview Anatol-Philipp Schade”

  1. Steffen M.
    Oktober 6th, 2009 @ 17:48

    Sehr schönes Interviewthema.

    Nur sehr traurig wer sich alles mittlerweile als twitter-Berater (SMO-Consultant) ausgeben darf … ein blick auf den twitter-Account vom herrn schade offenbart ganze 50 follower!

    wow scheint ja sehr erfolgreich zu laufen für ihn 😉

    Danke aber von solchen Leuten brauche ich mit sicherheit keine Tipps.

  2. Philipp W.
    Oktober 8th, 2009 @ 08:32

    Hallo Steffen, kannst du fachlich auch noch was zum Artikel ergänzen? Würde gerne hier noch weiter in die Tiefe gehen…

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